Mit Paradiso war am Samstag bei sommerlichen Temperaturen der aktuelle Tabellenführer zu Gast in Oensingen. Paradiso ist bekannt für seine harte Gangart an der Grenze der Fairness, allerdings mag die erfahrene Mannschaft aus Lugano auch spielerisch überzeugen.

Die Roadies waren von Beginn an bereit für 60 Minuten Kampf und erwischten einen Traumstart! Bereits der erste Schuss nach 11 Sekunden passte genau ins Lattenkreuz. Nach fünf Minuten ereignete sich bereits die erste unschöne Szene. Ein harter Check eines Roadies wurde vom Tessiner Spieler mit einem ungeahdeten Fusstritt gegen den Kopf gerächt, geahndet wurde nur der Check und die anschliessende Reklamation des blutenden Oensingers.
Mit der Wut im Bauch erzielten die Roadies in Unterzahl das 2:0, kurz darauf gelang Paradiso jedoch der Anschlusstreffer, doch die Reaktion folgte sogleich mit dem 3:1 für die Gastgeber. Die Tessiner stellten daraufhin schon früh auf ihre bekannte Spielart um und versuchten mit versteckten Fouls die Oensinger aus dem Konzept zu bringen. Dies gelang vorerst nicht, die Roadies zogen bis zur 15 Minute mit 5:1 davon. Ein unnötiges Gegentor kurz vor der Pause liess bei den Gästen nochmals Hoffnung aufkeimen.
Im zweiten Drittel verlief das Spiel ungewohnt ruhig, ja schon fast langweilig. Es entwickelte sich ein Mittelfeldgeplänkel mit wenigen Torchancen und schon gar keinen Toren. Erst in der 37. Minute konnten die Zuschauer ein weiteres Tor der Roadies zum 6:2 bejubeln. Mit diesem Tor schien dann auch die Stimmung bei den temperamentvollen Südschweizer wieder zu kippen, nun wurde wieder jede Entscheidung hinterfragt und die Schiedsrichter fühlten sich zeitweise wohl wie Popstars, so wurden sie von den Spielern belagert und angeschrieen. Das fehlende Durchgreifen sorgte dann auch dafür, dass sich die Gäste weiterhin viel zu viel erlauben konnten. Die Roadies liessen sich allerdings nur selten aus dem Tritt bringen und liessen resultatmässig nichts anbrennen.
Am ende siegten die Roadrunners trotz zwei ärgerlichen Toren in den letzten Minuten sicher mit 8:5. Man musste sich vieles gefallen lassen, wurde getreten, geschlagen und sogar angespuckt, doch am Ende konnte man sich die drei Punkte sichern.
Doch es gibt einem zu Denken, was sich eine Mannschaft, welche diesen Sport wie wir auch als Hobby betreibt alles erlaubt und dafür nicht einmal bestraft wird. Eine solche Gangart hat in dieser harten aber fairen Sportart nichts zu suchen. Menschen die sich prügeln wollen können sich ja bei David Haye melden...

 

Torfolge
1. Müller 1:0
6. F. Kanobel (Niggli/Aus. Zemp) 2:0
8. Barray (Bianchi/ Aus. Zemp) 2:1
9. Altermatt (Müller/Aus. De Vincenti) 3:1
11. P. Kanobel (Altermatt) 4:1
16. Altermatt (Aus. Stucki) 5:1
20. R. Della Santa (Brughera/Aus. Perren) 5:2
38. Müller (P. Kanobel) 6:2
50. Müller (Niggli) 7:2
54. M. Della Santa (Stucki) 7:3
54. Altermatt (Müller) 8:3
59. Brughera (M. Della Santa/Aus. Müller) 8:4
60. Stucki (Müller) 8:5

Oensingen ohne Kipfer (verletzt), Mooser, Oliva